Schwerpunkt: Tissue Engineering

Regeneration bei chronischen Gelenkserkrankungen

Therapien zur Behandlung von Knorpelschäden sind bereits seit Jahren klinische Praxis. Die Transplantation körpereigener Knorpelzellen ist eine etablierte Technik, mit der sich kleine und begrenzte Defekte wieder herstellen lassen. Neuere Therapieansätze nutzen das Regenrationspotential köpereigener Stammzellen, welche mit Hilfe bioaktiver Substanzen an den Ort des Defektes gelockt werden und dort Ersatzgewebe bilden (in situ Regeneration).

Die Nutzung dieser Therapiekonzepte zur Behandlung von chronisch degenerativen Knorpelschäden stellt aufgrund der vielfältigen Ursachen und der komplexen Begleiterscheinungen im betroffenen Gelenk eine große Herausforderung dar.

Das Ziel der Arbeitsgruppe im Bereich der Rheumaforschung ist es, dem routinemäßigen Einsatz regenerativer Behandlungsansätze den Weg zu ebnen. Dafür werden umfangreiche Untersuchungen zum Einfluss der Erkrankung auf den Regenerationsprozess durchgeführt. Anhand von in vitro Modellen im Zellkulturlabor lassen sich neue Erkenntnisse über den Mechanismus der Erkrankung gewinnen und Gegenmaßnahmen entwickeln. Aus Patientenproben können beispielsweise neue Marker zur Diagnose und Vorbeugung als auch für den Therapieprozess zur Überwachung von Qualität, Sicherheit und Verlauf gewonnen werden.

Die enge Zusammenarbeit unseres wissenschaftlichen Teams mit Praktikern aus der Klinik und Patienten im Rahmen von Forschungsprojekten ermöglichte die Entwicklung innovativer Behandlungsmethoden für traumatische Defekte, die seit kurzem auch erfolgreich zur Behandlung lokaler degenerativer Knorpelveränderungen eingesetzt werden.
Das Tissue Engineering wird in näherer Zukunft vor allem in der präventiven Medizin zur Behandlung früher degenerativer Veränderungen eine wertvolle Alternative zu vorhandenen Therapieansätzen sein können. Für fortgeschrittene Gelenkschädigungen wird die Regeneration ein wichtiger Baustein neuer Behandlungskonzepte sein, die auf die Wiederherstellung der Gelenkfunktion setzen.

 

Ansprechpartnerin

Heike Augst