Copyright: Charite
Foto: DRFZ J. Hirscher
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AG Ohrndorf

Imaging (Development and Evaluation of Imaging Approaches in Rheumatic Diseases)

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Schwerpunkt: Imaging (Development and Evaluation of Imaging Approaches in Rheumatic Diseases)

Die AG Bildgebung beschäftigt sich mit den verschiedenen verfahrenstechnischen Möglichkeiten, die Auswirkungen von entzündlich- rheumatischen Erkrankungen sichtbar zu machen. Neben der Darstellung von entzündlichen Veränderungen an den Weichteilen wie z.Bsp. der Synovialis (Gelenkinnenhaut) oder den Sehnenscheiden ist ein Sichtbarmachen schon kleinster knöcherner Veränderungen möglich.

Die Bildgebung spielt eine wesentliche Rolle in der Frühdiagnostik und Differenzierung rheumatologischer Krankheitsbilder. Das Röntgen zum Nachweis von Skelettveränderungen (z. Bsp. von Erosionen, den typischen Knochendefekten bei der Rheumatoiden Arthritis) gehört zum Standard der Diagnostik und Verlaufsbeurteilung in der Rheumatologie.

Unsere Arbeitsgruppe befasst sich vornehmlich mit solchen Verfahren, die eine Darstellung auch der Weichteilveränderungen erlauben. Hierzu gehören die Arthrosonographie (Gelenkultraschall), die Magnetresonanztomographie (MRT) sowie ein neues fluoreszenzoptisches Verfahren, das Xiralite-System oder "Rheumascan®".

Arthrosonographie (Gelenkultraschall)

Die Sonographie ermöglicht infolge ihres guten Weichteilkontrastes eine Differenzierung zwischen Gelenkergüssen und Gelenkmembranverdickung sowie Sehnenscheidenentzündungen. Oberflächlich liegende Knorpel- Knochenläsionen/ Erosionen können sonographisch frühzeitiger als mit konventioneller Röntgendiagnostik dargestellt werden. Die Darstellung tieferliegender Knochenläsionen ist leider nicht möglich, da diese dem Ultraschall nicht zugänglich sind. Der Einsatz der Power- Doppler- Sonographie und von Ultraschall-Kontrastverstärker ist besonders hilfreich in der weiteren Beurteilung der entzündlichen Prozesse und erhöht die Aussagefähigkeit zur Krankheitsaktivität: durch diese zusätzlichen Hilfsmittel wird eine vermehrte Durchblutung aufgezeigt, welche zur Aufrechterhaltung der Entzündung beiträgt.

Die Arthrosonographie ist hilfreich in der Früharthritisdiagnostik, insbesondere bei Patienten mit unauffälligem Röntgenbefund und suspekter Klinik. Sie ermöglicht eine rasche Verlaufsbeurteilung und damit ein gutes Therapiemonitoring. Es handelt sich um ein patientenfreundliches Verfahren (keine Strahlenbelastung, keine Injektion o.ä. nötig) mit hohem Aussagewert und ist fester Bestandteil in der Abklärung arthritischer Krankheitsbilder.

Xiralite ("Rheumascan®")

Xiralite ist ein neues, fluoreszenzoptisches Verfahren, mit dem vor allem entzündliche Weichteilveränderungen an den Hand- und Fingergelenken dargestellt werden können. Es erfolgt unter Verwendung eines Fluoreszenzfarbstoffs (Indocyaningrün), der schon seit vielen Jahren in der Augenheilkunde zur Darstellung des Augenhintergrunds angewendet wird. Das Gerät verwendet dunkelrotes Licht um den regt den Farbstoff zur Fluoreszenz anzuregen; die dazugehörige as KamerasystemSpezialkamera erfasst diese, indem  (jede Sekunde überwird für 6 Minuten ein Bild erhoben wird). Die Software steuert die Untersuchung und assistiert die Auswertung und optische Darstellung. So erfolgt der Nachweis einer gestörten Mikrozirkulation als Merkmal entzündlicher Aktivität (Gefäßneubildung, erhöhter Blutfluss, gesteigerte Durchlässigkeit des Gefäßendothels). Im Falle einer Arthritis kommt es zum raschen Anfluten des Farbstoffs in die entzündeten Gelenke. Ist die Mikrozirkulation gestört, tritt zusätzlich ein wenig Farbstoff aus den Blutgefäßen ins Gewebe aus. Die Vorteile dieser neuen Untersuchung sind die kurze Untersuchungszeit (mit Vorbereitung ca. 15 Minuten) sowie die gleichzeitige Erfassung entzündlicher Veränderungen beider Hände inklusive Handgelenke, d.h. in mehr als 30 Gelenken. Andere Gelenke können jedoch mit dem bisher erhältlichem System Rheumascan nicht dargestellt werden; auch ist weder einekeine genaue Gewebedifferenzierung noch die und keine Beurteilung von knöchernen Veränderungen möglich.

Magnetresonanztomographie (MRT)

Die MRT ist ein Schnittbild- Verfahren, durch das ohne Verwendung von Röntgenstrahlen eine sehr genaue Darstellung von Weichteilveränderungen möglich ist. Nach Gabe eines Kontrastmittels über eine Armvene, lässt sich diese Darstellung noch optimieren. Entzündliche Veränderungen der Gelenkinnenhaut (Erguss, Membranverdickung) sowie am Knorpel, an den Sehnen und Bursen (Schleimbeuteln) lassen sich genau darstellen. Im Vergleich zur konventionellen Röntgenuntersuchung hat sich die MRT als sensitiver in der Erfassung von Gelenkinnenhautentzündungen und Erosionen erwiesen.

Von Nachteil ist die verhältnismäßig lange Untersuchungszeit, die Invasivität des Verfahrens mit der Notwendigkeit der Kontrastmittelgabe, ein hoher Kosten- und Zeitaufwand sowie Ausschlusskriterien wie Metallimplantationen oder Herzschrittmacher.